02/05/2011

Hintergrund

Als „Gebraucht-IT“ wird Software und Hardware bezeichnet, die bereits einer Verwendung unterlag bzw. bereits mindestens einmal veräußert wurde. In den letzten zehn Jahren hat sich ein großer Markt für „Gebraucht-IT“ entwickelt und etabliert. Wie eine unabhängige Umfrage von Vanson Bourne aus dem Jahr 2011 ergab, sprechen sich 76 Prozent der befragten Unternehmen für einen freien Handel mit gebrauchter Software aus; das Interesse die Potentiale gebrauchter Software zu nutzen ist sehr hoch.

Im Rahmen von Systemumstellungen/-aktualisierungen, Umstrukturierungen oder Insolvenzen entsteht ein Überhang an ungenutzter Software, die sich hervorragend für den Wiederverkauf eignet. Auch der Bedarf an Gebrauchtsoftware ist groß. Zum einen ist diese signifikant günstiger, zum anderen gibt sie Unternehmen die Möglichkeit auf Software-Versionen zurückzugreifen, die vom Hersteller nicht mehr angeboten werden. Eine homogene Softwarelandschaft führt zu Einsparungen in der Wartung und Administration der Systeme. Die generierten Mittel aus Kapitalrückflüssen und Einsparungen können anderweitig zielführend investiert werden, wie zum Beispiel in neue Projekte oder um Mitarbeiter zu honorieren. Unterm Strich stärkt Gebrauchtsoftware die Liquidität und damit Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen.

Doch gerade der Markt an „Gebraucht-Software“ ist längst nicht ausgeschöpft. Allein bei den 30 größten Dax Unternehmen liegt das Potantial bei einem Wert von 1,3 Milliarden Euro. Pro PC-Arbeitsplatz dieser Unternehmen sind damit Einsparungen von 500 Euro durch IT-Recommerce vorhanden. Das Marktforschungsinstitut Gartner beziffert das Volumen an verfallender Software allein in Deutschland auf über sechs Milliarden Euro.

Für einen reibungslosen Kreislauf ist allerdings eine Entbandelung von Hard- und Software vonnöten, um vor allem OEM-Software einer neuen Verwendung zuzuführen. Nachdem die rechtlichen Rahmenbedingungen durch das EuGH im Juli 2012 klar definiert werden, steht einem freien Warenverkehr zumindest für Software-Lizenzen nichts mehr im Wege. Nächstes Ziel ist eine klare Regelungen für OEM Software, um das Schlupfloch “Markenrecht” für die Hersteller zu schließen.

Ziel der „Gebraucht-IT“-Händler sollte die Implementierung eines wertschöpfenden Software-Recommerce-Kreislaufes sein, in dem Lizenzen permanent bedarfsgerecht beschafft und rekapitalisiert werden.

Dafür kämpft EUREAS.